• Qualität bedeutet für mich, mit meiner Hüftprothese wieder schmerzfrei meinen Beruf ausüben zu können.

    Karlheinz Machowetz, Patient

  • Qualität bedeutet für mich, mir Zeit für meine Patienten nehmen zu können.

    Denn Menschlichkeit und Zuwendung heilen

    Dr. med. Martin Rexer, Oberarzt

Tablets und Tabletten: Wie die Digitalisierung den Arbeitsalltag in der Kreisklinik Wörth revolutioniert

Aktuelles aus den KKB-Kliniken

Da steht es jetzt also, das Aktenwagerl, so gut wie leer, es wirkt wie ein Fremdkörper. Vor gar nicht langer Zeit war es vollgestopft mit Dokumenten und Ordnern, die Schwestern brauchten es ständig, sie schoben es rum, schauten hinein, es ging nicht ohne. Nun steht das Wagerl am Rand, einsam, verlassen, niemand nimmt Notiz davon. Das gute alte Papier und der gute alte Kugelschreiber sind in der Wörther Kreisklinik zu bedrohten Arten geworden. Die Moderne hat sie hinweggefegt, sie sind Relikte der Vergangenheit. Das Zeitalter der Digitalisierung ist angebrochen. Auf einem Tisch neben dem Aktenwagerl thront der neue Star der Klinik - ein Tablet. Daniel Reitenberger, Oberarzt der Inneren Medizin, loggt sich ein, er öffnet eine Software. Auf dem Bildschirm überblickt er sämtliche Zimmer, sämtliche Betten. Zwei, drei Fingertipps - und schon hat er alle Krankenakten vor sich, in digitaler Form. Sobald er einen Namen antippt, öffnet sich in Bruchteilen einer Sekunde ein buntes Menü. Reitenberger weiß jetzt alles von diesem Patienten: wie lange er da ist, was ihm fehlt, ob er Allergien hat, was er essen will, wie er beieinander ist. Der Mediziner sieht sämtliche Messwerte, Blutdruck, Puls, Temperatur, alles aufgelistet nach Tagen und in einer Kurve dargestellt; Ausschläge nach oben oder unten sind sofort zu identifizieren. Er sieht, welche Anordnungen der zuständige Arzt in Bezug auf diesen Patienten erlassen hat. Bislang war es so: Die Schwester steht am Bett des Patienten, sie bemerkt etwas, notiert es auf ihrem Schmierzettel und will es in die Patientenakte übertragen. Problem: Die Akte ist gerade nicht da, jemand hat sie mitgenommen oder irgendwo vergessen, also: suchen, rennen, fragen, warten. Ein großes Durcheinander. Heute ist es so: Die Schwester hat ihr Tablet dabei, befestigt es an der Hand wie einen Baseballhandschuh. Sie meldet sich mit ihrem Passwort an, ruft im Nu die digitale Akte auf, macht sich schlau, trägt etwas ein und legt das Tablet wieder weg. Sobald ein Kollege die Akte aufruft, irgendwo im Haus, von einem beliebigen PC, Notebook oder Tablet, zu jeder Tages- und Nachtzeit, erfährt er auf einen Blick, was über den jeweiligen Patienten bekannt ist. Alles aktuell, alles vernetzt. Nach der vollständigen Digitalisierung der noch gelagerten Papierakten kam jetzt der zweite Meilenstein, die vollständige Ablösung der papiergebundenen ärztlichen und pflegerischen Dokumentation", berichtet Klinikdirektor Martin Rederer. Es gab Schulungen, Übungen, der Umgang mit der neuen Technik musste sich einspielen. Nun nehme die Kreisklinik in Ostbayern eine Vorreiterrolle ein, sagt Fuchs. "Wir sind ganz vorne dabei", freut sich Rederer.

Landrätin Schweiger: "Ein Leuchtturmprojekt" Landrätin Tanja Schweiger lobt die Fortschrittlichkeit der Kreisklinik in höchsten Tonlagen. "Es spricht für den hohen Qualitätsstandard der Klinik, dass sie das Thema Digitalisierung aktiv aufgegriffen hat", urteilt Schweiger. "So gelang ein innovativer Schritt hin zur Entlastung der Ärzte und Pflege in Zeiten des Fachkräftemangels. Nicht nur das Personal, sondern auch die behandelten Patienten werden von diesem Leuchtturmprojekt enorm profitieren."

28.01.2019